Damit gewinnst du keinen …

25 10 2010

Es waren Abende voller Premieren und Erinnerungen auch weil ich mich irgendwann auch mit Freude daran erinnern werde. Aber zuerst mal zu den Premieren:

Letzten Mittwoch gaben Blumentopf ein formidables Gastspiel im Zapata in Stuttgart, warum sie sich ausgerechnet diesen schäbigen Club ausgesucht ist mir zwar schleierhaft aber der Stimmung hat es keinen Abbruch getan. Außer vielleicht die Tatsache für das Bier 3 ,- zu verlangen und das auch noch für S. Hofbräu 0,33 aus der Flasche ins Plastikglas so ganz ohne Kohlensäure und mit viel warm. Seis drum, viel Lust und Zeit zum trinken hatte ich sowieso nicht, ich war ganz auf die folgenden Stunden gespannt. Immerhin war ich auf dem ersten HipHop-Konzert meines Lebens. Ich hatte solche Veranstaltungen bisher immer gemieden da ich keine Lust auf irgendwelche “Yomaddafagga”-Schaumschläger und ähnliche Möchtegerngangster hatte aber dabei hab ich natürlich unheimlich pauschalisiert. Es bedurfte erst eines, in Rap unheimlich bewandelten Mitbewohners um mich auf den Geschmack zu bringen. Den richtigen! Rap hat, so wie es aussieht, wesentlich mehr zu bieten als einem durch die Medien zugetragen wird. Ja ich möchte sogar behaupten da ist mehr Individualität und Kreativität drin als in so manchem Unitanten-Tralala-Indiepop. Bitte mehr!

Und wie es der Zufall wollte war an diesem Abend auch gleich meine zweite Premiere mit drin: Ich stand auf der Gästeliste! Vielleicht lag es an der Tatsache dass ich für lau in das Konzert gekommen bin oder am Gruppenzwang des gemeinsamen WG-Ausflugs. Jedenfalls hat sich das Risiko diesmal gelohnt, leider war das nicht immer so. Ich erinner mich grade an ein Konzert auf dass ich einer weiblichen Person zuliebe vor unheimlich langer Zeit gegangen bin. Ich stand inmitten einem Haufen selbstverliebter American Apparell-Opfer und Neuzeit-Mods und kam mir mit meinen durchweg schwarzen und unauffälligen Klamotten und dem Bier in meiner Hand mehr als fehl am Platz vor. Das sah der Rest des Publikums vermutlich auch so.  Dazu verursachte die Musik der “total angesagt und detailverliebt komponierenden Indie-Postrock-Punk-Band aus fünfhundert Ecken zwischen England, Skandinavien und Spanien” heftigste Gähnanfälle und das Unverständnis wie man zu so etwas nicht nur gelangweilt mit dem Weinglas in der Ecke stehen und existenzialistischen Quark faseln kann.

Dieses Konzert war anders, es war näher am Leben. Die Musik baute sich keine Luftschlösser aus Keyboard- und Telecaster-Sounds in die ein entrückter Sänger vor der ach so bösen Welt flüchtete. Hier wurde angesprochen, der Geist aufgerüttelt und sich auch nicht immer gerade bei den Fans angebiedert (A Capella Meinung zu S21!). Ich werd es in diese Richtung sicherlich nochmal riskieren.

Das war übrigens meine Eintrittskarte

 

Der andere Abend bedarf keiner großen Worte. Die Turbo AC’s hatten zum Tanz geladen und ich war willig gefolgt mit der Absicht ein gutes Punkkonzert in aller Ruhe aus der hinteren Reihe zu genießen. Nach zwei Bier und zwei Songs wurde aus der hinteren Reihe die zweite Reihe und aus der Ruhe ein schweißtreibender Pogo mit mehrfachen Volltreffern und spontanen Verbrüderungen unter den tanzenden. Ergebnis: Zwei Tage Muskelkater überall!

Es hat sich gelohnt ….


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