Nachdem nun allerortens in Blogs mit medizinischem Inhalt die Taschen geleert werden und ich erst heute abend beim Umziehen nahezu meinen kompletten Inhalt des Oberteils auf dem Boden der Umkleide verteilt habe dachte ich es ist mal an der Zeit den Inhalt meiner scheinbar unendlichen Taschen zu offenbaren:
Brusttasche:
- Ein blauer Kuli (Geschenk meiner Examensstation), drei Filzstifte in Rot, Grün und Schwarz (letzterer etwas dicker und wasserfest)
- Mandrins in drei verschiedenen Größen (22,20,18) und schwankender Anzahl
-Pupillenleuchte im Kuliformat
Linke Kitteltasche:
- Ersatzgehirne (1. Zettel mit Patientennamen, Daten und Diagnosen, 2. Notizblock)
- Kombistopfen und Monovettenadapter
Rechte Kitteltasche:
- Verbandsschere
- Stauschlauch (Ein Accessoire mit dessen Umgang ich mich erst auf der Station vertraut machen musste, da wir allesamt das Blutabnehmen und Venenverweilkatherlegen selbst veranstalten)
- Schlüsselkarte (damit ich nachm Rauchen wieder in die geheiligten Hallen gelange)
- Fixiermaterial (Pflasterrolle, Mullbinde)
Gesäßtasche:
- Handschuhe (M)
Nachtrag zu gestern: Ich hab die Pean-Klemme die ich an den Unterrand meines Kittel geklemmt habe noch vergessen. “You never walk alone …” das Ding ist meiner Meinung nach eines der nützlichsten Instrumente die man im Krankenhaus zweckentfemden kann.
Der Inhalt kann je nach Dienst variieren, manchmal kommt noch ein Nitrospray, eine Spritze mit Heparin zum Portblocken, ein Katheterstopfen oder der Schlüssel für den BTM-Schrank dazu. Meine Kippen und das Feuerzeug verwahre ich in meiner Jackentasche, da wir dazu inzwischen meilenweit von der Klinik wegmüssen um unserer Sucht zwischen Abfallcontainern, Essensresten und Versorgunsfahrzeugen nachgehen können (dafür trifft man dort einen illustren Querschnitt des Krankenhauspersonals von der Küchenhilfe bis zum Oberarzt). Den Klinikleitfaden Pflege hab ich leider nicht mehr unterbekommen, vielleicht kriegen wir ja mal irgendwann Cargohosen, da warten dann zwei weitere Beintaschen darauf gefüllt zu werden. Am leichtesten bin ich im übrigen während meiner Zeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Intensivstation durch die Gegend gelaufen, da hatte ich genau ein Gerät in der Tasche. Das war ein robustes Telefon mit einem großen roten Knopf auf der Oberseite und einer Art “Reißleine” die zusätzlich mit einer Sicherheitsnadel am Kittel befestigt wurde. Das ganze Ding war in einem Alarmsystem geschaltet, bei Bedarf musste man den roten Knopf drücken und in Windeseile standen von 6 verschiedenen Stationen Pfleger (manchmal auch Schwestern) auf der Matte. Die “Reißleine” hatte die Funktion den Alarm auszulösen wenn das Gerät gewaltsam entwendet werden sollte (manchmal reichte es auch aus wenn man beim Ablegen vergas die Sicherheitsnadel zu lösen ^^). Außerdem hatte ich den dicksten Schlüsselbund, inklusive Fixierschlüssel, meines Lebens an einer Kette in der Hosentasche. Ja, damals bin ich mir vorgekommen wie ein Vollzugsbeamter …
Mein Favorit sind die “Ersatzgehirne”. Die Pean-Klemmen eignen sich auch hervorragend zum Durchtrennen von Zigaretten (falls man mal mit dem Rauchen aufhören will …)
[...] den Inhalt der Kitteltasche – das möchte der Monsterdoc gerne wissen und viele haben ihren Inhalt [...]
Ja wahnsinn, was da alles reingeht. Du müsstest dich nach Entleerung der Taschen gleich 10 Kilo leichter fühlen